Das HSTT 2018

In vieler Hinsicht blieb das Hessische Schultheatertreffen auch 2018 seiner Zielsetzung treu geblieben: 10 sehr unterschiedliche Theatergruppen zeigten beim Festival 10 genauso verschiedene Schultheaterproduktionen. Denn eines war auch dieses Jahr wieder deutlich geworden: Jedes Theaterstück ist Ausdruck einer jeweils sehr spezifischen Zusammenarbeit einer Spielleitung mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern mit den Unterschiedlichsten Eigenheiten und Fähigkeiten. Und damit war das Festival tatsächlich ein Schaufenster des Hessischen Schultheaters, nämlich eine Demonstration gelebter Vielfalt und Integration.

Hier trafen Tanztheaterproduktionen auf Bearbeitungen von klassischen Textvorlagen, Eigenproduktionen mit biografischen Elementen auf Rechercheprojekte, Fantasiegeschichten auf Stücke mit gesellschaftspolitischen Fragen. Die Produktionen waren so unterschiedlich wie die Spielerinnen und Spieler mit ihren jeweiligen Spielleitungen und für alle Teilnehmenden war das Festival ein Erlebnis der Vielfalt.

Das Hessische Schultheatertreffen zeigte auch 2018, wie das gemeinsame Spielen Freiheit und Autonomie ebenso fördert wie Verbundenheit und Gemeinschaft. Beim Festival trafen Schülerinnen und Schüler aus Offenbach, Frankfurt, Königstein, Wiesbaden, Höchst im Odenwald, Hungen, Darmstadt, Dudenhofen, Kassel, Gießen, Haunatal/Wehrda und Groß-Gerau zusammen.

Das Schloss Hallenburg bot auch dieses Jahr wieder einen eindrucksvollen Hintergrund für die Veranstaltung. Die Teilnehmenden empfinden diesen Austragungsort als grundsätzliche Wertschätzung ihres Engagements und das definiert auch sehr grundlegend die Stimmung des Festivals.

Inzwischen hat sich die Einladung von zwei Gruppen für jeweils einen Schwerpunkt „Technik“ oder „Öffentlichkeitsarbeit“ etabliert und bewährt. Diese Gruppen leisteten auch dieses Jahr wieder eindrucksvolle Arbeit. In kürzester Zeit lernten sie unter professioneller Anleitung die komplexe Technik des Filmschnitts aber auch der redaktionellen Arbeit sowie die konzeptionelle und technische Seite des Lichts im Theater kennen. 

Einen neuen Schritt hin zu noch mehr medialer Kompetenz bietet in diesem Jahr erstmals die Arbeit mit einem sogenannten Content-Management. Die Teilnehmer des Journalismusteams können damit ihre Texte, Bilder und Filme direkt in eine Internetplattform einfügen. Dieses neue Konzept wurde auch durch die Förderung aus Lottomitteln ermöglicht. Beim diesjährigen Festival konnten Teilnehmer, Workshopleitende und Organisatoren erstmal Erfahrungen mit diesem System machen. Allerdings bleibt hier auch noch viel zu lernen, um diese Form der Veröffentlichung voll umfänglich zu nutzen. Das Ziel ist es letztlich die aufwändigen technischen Veröffentlichungsprozesse beim Festival zu beschleunigen um so mehr Zeit für die gestalterischen Aspekte zu erhalten.

Die Zusammenarbeit mit unserer griechischen Medienpädagogin Maria Leonidas entwickelt sich sehr positiv. In diesem Jahr hatte sie ihr Workshopkonzept den Bedingungen des Festivals noch besser angepasst und konnte die einzelnen Fähigkeiten der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler perfekt integrieren.

In Bezug auf das Licht hatte sich bewährt, dass die Schülerinnen und Schüler bereits im Vorfeld des Festivals einen Tag lang eine Einführung erhalten hatten. Der Vorgang der Programmierung war damit beim Festival schon Routine und die Schüler konnten selbst komplexe Stücke mit 40 - 50 verschiedenen Lichtstimmungen in kurzer Zeit weitgehend selbständig realisieren. 

Die neuen Entwicklungen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und Medienpädagogik sowie der Bühnentechnik können mit jedem Festival effektiver werden. Dass das möglich ist, liegt einerseits an diversen technischen Investitionen des Landesverbands Schultheater in Hessen, die die Logistik des technischen Aufbaus leichter und transparenter und die Steuerung des Lichts für Schülerinnen und Schüler einfacher zugänglich machen. Vor allem aber tragen die entsprechenden Workshopleiter maßgeblich zu der tollen Erfahrung bei, die die Gruppen beim Festival machen können.

Für die Theaterspielenden waren 2018 die Workshops der Studenten des Lehramts Darstellendes Spiel der Hochschule Braunschweig ein Highlight. Das Team entwickelte im Vorfeld aufgrund der Erfahrungen der Vorjahre zahlreiche Neuerungen und Anpassungen und begeisterte die Jugendlichen mit seiner Energie und Spielfreude.

Was geblieben ist: Nach wie vor besucht ein Team von ehrenamtlichen Jurorinnen und Juroren die Bewerber, wählt aus, berät und begleitet die Gruppe bis zu ihrem Auftritt in Schlitz. Die Sparkassenkulturstiftung stellt den Förderpreis von 1500 € für jede ausgewählte Gruppe zur Verfügung. und inzwischen sind auch wieder

Das hessische Schultheatertreffen war von Anfang an als ein Schaufenster für die Theaterarbeit an den Schulen konzipiert. Hier sollten die interessantesten, herausforderndsten und originellsten Stücke des Landes zu sehen sein. Dabei war immer klar, dass es nicht um ein Nachahmen von Produktionen geht, die in den Stadttheatern zur Aufführung kommen. Das Schultheater hat eigene wirkungsvolle Präsentations- und Darstellungsformen entwickelt und beim Hessischen Schultheatertreffen werden auch in der Landesakademie Produktionen gezeigt, die originelle Lösungen auch in Bezug auf pädagogische Herausforderungen zeigen. Oberstufen AGs, Gruppen von Lernhilfeschulen, Grundschulklassen; Schülerinnen und Schüler aller Schulformen und –stufen kommen beim HSTT zusammen, präsentieren dem Publikum ihre Stücke, diskutieren miteinander, erleben gemeinsam Workshops, genießen die einzigartige Theateratmosphäre des Festivals und erhalten den Schultheaterförderpreis der Sparkassenkulturstiftung.